Unterricht: Das erste Semester

Die Basic-Phase mit Theorie und Praxis

Glückwunsch zum ersten Alleinflug!

Ein zukünftiger Verkehrsflugzeugführer, der ab initio (d. h. ohne Vorkenntnisse) anfängt, muss zunächst einmal lernen, wie ein Flugzeug geflogen wird und das in Theorie und Praxis:

Das erste Semester zum Berufspiloten zeichnet sich durch eine intensive Abstimmung von Theorieunterricht und der Umsetzung in der Praxis aus. Der sogenannte „Theorie-Praxis-Transfer“ (im Flugzeug ausprobieren, was in der Theorie gelehrt wurde und umgekehrt) ist uns nicht nur wichtig, sondern auch ein wichtiger Bestandteil in einem Gesamtkonzept des Lernens. Daher werden neben der praktischen Ausbildung, abends begleitend die theoretischen Inhalte gelehrt und gefestigt. Dabei unterscheidet sich der Winter- vom Sommerkurs geringfügig: 

  • Sommerkurs (Kursbeginn Mitte Juni): Unterrichtsabende Montag, Mittwoch und Freitag 18-21 Uhr
  • Winterkurs (Kursbeginn Mitte November): Unterrichtsabende Montag und Donnerstag 18-21 Uhr

Durch diese Abstimmung und perfekte Koordination ist es dennoch möglich, im ersten Semester einem Job nachzugehen, z.B. am Flughafen, den wir auch gerne vermitteln.

Der Theorieunterricht

Der Theorieunterricht findet in den folgenden 7 Fächern statt und beinhaltet nach jedem Fach einen Zwischentest sowie einen Abschlusstest vor der amtlichen Theorieprüfung:

  • Aerodynamik und Steuertechnik von Verkehrsflugzeugen
  • Technik, u. a. Instrumenten-, Flugzeug- und Triebwerkkunde sowie Beladeplanung
  • Allgemeine Navigation inkl. Funknavigation und Flugplanung
  • Meteorologie
  • Luftrecht
  • Verhalten in besonderen Fällen
  • Menschliches Leistungsvermögen und Lernmethodik

Teilnehmer, die bereits eine PPL mitbringen, müssen den Unterricht des ersten Semesters allerdings komplett wiederholen oder vor dem zweiten Semester an einem ergänzenden, zertifizierten eLearning-Kurs teilnehmen.

Die Flugausbildung

Auch ein zukünftiger Berufspilot muss zunächst einmal lernen, wie ein Flugzeug geflogen wird. Hier werden bereits alle Verfahren für die Führung eines Verkehrsflugzeuges gelehrt. Fliegen nach “Pitch und Power”, Checklisten und Briefings sind ebenso eine Selbstverständlichkeit wie begleitende Trainingsunterlagen, in denen diese Abläufe genau beschrieben werden. Dieser Abschnitt legt die wichtigen Grundlagen für Ihre Pilotenkarriere und zukünftigen Bewerbungen.Teilnehmer, die bereits eine PPL mitbringen, bekommen von ihren Flugstunden nur 50% angerechnet, maximal aber 45 Flugstunden und müssen die fehlenden Stunden im Rahmen einer Standardisierung nachholen.

Die Semesterendbesprechung

In einer Semesterendbesprechung führen wir ein kurzes persönliches Gespräch mit Ihnen, um sich auszutauschen, ob für Sie alles optimal läuft. Damit möchten wir sie für das folgende, zweite Semester mit Vollzeitunterricht von Montag bis Samstag 9 bis 17 Uhr optimal vorbereiten.

Die Privatpilotenlizenz

Zum Abschluss des ersten Semesters haben Sie die Möglichkeit die theoretische und praktische Prüfung zum Privatpiloten abzulegen. Sie erhalten dann bereits Ihre erste Lizenz und dürfen ohne Aufsicht fliegen und auch Passagiere mitnehmen. Eine Notwendigkeit den PPL zu erwerben, besteht in der durchgehenden Ausbildung zum Berufspiloten allerdings nicht – einer der wesentlichen Unterscheidungskriterien zur modularen Ausbildung. Hier muss zunächst der PPL erworben werden!

Unterricht: Das zweite Semester

Das zweite Semester: Start des ATPL-Theoriekurses

Wie lange dauert der ATPL-Theoriekurs?

Im 2. Semester beginnt der ATPL Ground-Course. Dieser beinhaltet weitere 650 Stunden Theorie in 12 Fächern. Der Unterricht wird ganztägig in der Zeit von jeweils 9-17 Uhr absolviert. Er ist sowohl für die durchgehende Ausbildung als auch für die modulare Ausbildung konzipiert und umfasst auch unterrichtsfreie Tage und Wochen zum Nacharbeiten, das Flug- und Simulatortraining sowie 2 Wochen Prüfungsvorbereitungsseminar am Ende des Kurses.

Details zum ATPL-Ground-Course

Der Unterricht ist von Montag bis Samstag, dabei ist an einem Tag in der Woche (meistens Donnerstag) kein Theorieunterricht. Dieser Tag dient dem Nacharbeiten, Flugtraining oder um auch mal private Dinge in der Woche zu erledigen.

Der Ganztagsunterricht ist nicht komplett durchgehend, sondern auf vier Blöcke verteilt. Dazwischen sind jeweils dreimal zwei freie Wochen zum Nacharbeiten, Flugtraining oder um andere wichtige Dinge zu erledigen. Auf unseren Infotagen werden wir Ihnen diesen Ablauf noch genauer erläutern.

In jedem Unterrichtsblock werden schon einige Fächer komplett abgeschlossen. In der jeweils zweiten Woche des Nacharbeitens schreiben Sie dann in diesen Fächern einen Test. Dadurch sehen wir gemeinsam, ob Ihr Lernen erfolgreich war. Wenn es größere Probleme gibt, können Sie sich dann bereits an den Leiter der Theorieausbildung wenden, um zu schauen, was man verbessern kann.

Individueller ATPL-Ground-Course

Sie sollten sich auf jeden Fall beraten lassen, wenn Sie eine „Anpassung unserer Ausbildungsstruktur“ an Ihre persönlichen Bedürfnisse benötigen, wie z.B. das Aufteilen des Kurses in 2 Semester („Splitten“) für Berufstätige. Viele haben diese Beratung mit dem Satz verlassen: „Ich hätte nicht gedacht, dass es für mich eine Lösung gibt!“

Theorie-Praxis-Transfer auch in diesem Semester: Das Simulatortraining

Nach Ablauf des Kurses folgt der erste Teil des Simulatortrainings, bei dem Sie das in der Theorie Gelernte in der Praxis anwenden sollen. Sie fliegen gemeinsam mit Ihrem Crew-Member im Simulator (FNPT II) die vorgegebenen Übungen, tauschen danach und wiederholen das Ganze. Dadurch haben Sie die doppelte Simulatorflugzeit ohne Mehrkosten und können alles in Ruhe trainieren. Auch die gemeinsame Cockpitarbeit „MCC“ kann hierbei schon implementiert werden, denn das ist eins der Dinge, die Sie später benötigen.

Ende des zweiten Semesters: Das Prüfungsvorbereitungsseminar

Nach dem Simulatortraining haben Sie eine Woche Zeit, um das Seminar vorzubereiten, bei dem Sie alle Fachlehrer noch einmal sehen und die letzten Fragen stellen können. Das Seminar dauert 2 Wochen und soll Sie optimal auf den internen Abschlusstest vorbereiten, der nach einer weiteren Woche Homestudy, dann zeigen soll, wie fit Sie für die Prüfung beim Luftfahrtbundesamt (LBA) sind.

Der Abschlusstest und Planung Ihrer Theorieprüfung

Während der gesamten Theoriephase haben Sie mit unserem „Leiter der Theorieausbildung“ immer einen Ansprechpartner, der einige Fächer auch selbst unterrichtet und Ihnen daher immer präsent ist. Mit ihm planen Sie auch Ihren Abschlusstest bei uns im Hause, besprechen die Ergebnisse und planen die Theorieprüfung beim Luftfahrtbundesamt.

Die Semesterendbesprechung

In der Semesterendbesprechung, die mit jedem einzelnen von Ihnen unter vier Augen durchgeführt wird, unterhalten Sie sich dann mit dem Leiter der Theorieausbildung über die optimale Prüfungsstrategie und den besten Termin beim Luftfahrtbundesamt in Brauchschweig. Danach melden wir Sie zu Ihrem Wunschtermin an und drücken natürlich die Daumen.

Unterricht: Das dritte Semester

Die praktische Ausbildung zum Berufspiloten

Der Hauptteil der praktischen Ausbildung findet im dritten Semester statt. Hier erwartet Sie

  • NVFR, Visual Night Flight Training
  • IR SEP, Instrument Training on Single Engine Simulator with Glasscockpit Introduction
  • IR SEP, Instrument Training on Aircraft with Performance Based Navigation Training
  • CPL, Commercial Pilot Training and Checkride
  • IR MEP, Instrument Training on Multi Engine Simulator and Aircraft and Checkride
  • MCC, Multi Crew Cooperation Training on B737 with Jet Orientation Course

Alle Ausbildungsabschnitte können miteinander kombiniert werden und sind in einem einzigen Ausbildungskonzept aufeinander abgestimmt. Ein Abschluss einzelner Module mit zusätzlichen Prüfungen ist nicht notwendig. Hier wird der Vorteil der integrierten, durchgehenden Ausbildung besonders deutlich, da lediglich 2 Prüfungsflüge benötigt werden - das spart Zeit und Geld!

Im dritten Semester ist es möglich individuelle Flugtermine zu vereinbaren, um auch wieder einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Aber auch die Vorbereitungen auf die ersten Bewerbungen fallen in dieses Semester.

NVFR, Visual Night Flight Training

Das professionelle Training zur Nachtflugberechtigung dauert fünf Flugstunden, inklusive zweier Überlandflüge und Alleinflüge in der Flugplatzumgebung. Es ist möglich, sich diese Berechtigung bereits in die Pilotenlizenz eintragen zu lassen, notwendig ist es allerdings nicht.

IR SEP FNPT II with Glasscockpit Introduction. Wie geht’s dann weiter? Wann bin ich Berufspilot?

Hier wird die Instrumentenflugausbildung im Simulator fortgesetzt, die bereits im zweiten Semester begonnen wurde. Auch wenn später eine Vielzahl an Screenings auf konventionellen Cockpits durchgeführt werden, besteht die Möglichkeit, optional diesen Part im Simulator mit einem Glascockpit zu fliegen – so sind unsere Absolventen professionell auf alles vorbereitet.

IR SEP A/C with Performance Based Navigation Training

Die im Simulator erlernten Instrumentenflugverfahren werden in dieser Ausbildungsphase auf das Flugzeug übertragen. Das PBN (Performance Based Navigation Training), die Ausbildung in satellitengestützten Anflugverfahren, ist bei uns hier bereits integriert und wird im Flugbuch bestätigt. Es muss bei einem zukünftigen Arbeitgeber nicht zusätzlich erworben werden.

CPL, Commercial Pilot Training and Checkride

Hier werden die Grundfertigkeiten der gewerblichen Luftfahrt erlernt und auch Platzrunden, wie mit einem Passagierflugzeug geflogen. Dieser Abschnitt wird mit dem CPL-Prüfungsflug abgeschlossen: jetzt sind sie bereits Berufspilot!

IR MEP FNPT and A/C with Checkride

In dieser Phase wird sowohl im Simulator als auch im realen Flugzeug mit 440 turbogeladenen PS der angehende Verkehrspilot auf die Komplexität und Geschwindigkeit eines Verkehrsflugzeuges vorbereitet. Dieser Abschnitt schließt mit einem einzigen Prüfungsflug vor der Behörde und bereitet optimal auf das MCC auf der Boeing 737 vor.

MCC B737 with Jet Orientation Course

Spätestens in dieser Phase wird deutlich, warum bei unserer MEP-Phase ein sehr schnelles, leistungsstarkes Flugzeug zum Einsatz kommt: Die Anfluggeschwindigkeiten unseres Multi-Engine-Aircraft sind mit denen der Boeing 737 annähernd identisch, auf der die Zusammenarbeit von zwei Piloten erlernt wird. Der Übergang wird zudem mit dem integrierten JOC (Jet Orientation Course) unterstützt. Besser kann man sich zu einem angemessenen Preis-Leistungsverhältnis nicht auf Bewerbungen vorbereiten und das wissen auch die Airlines.

Bewerbungsvorbereitungen: von GU bis FQ

Bereits nach der ATPL-Theorieprüfung beginnen die Vorbereitungen auf die Assessments: die Grunduntersuchung kann bei einigen unserer Airlinepartner bereits im dritten Semester abgelegt werden und nach Lizenzerhalt kann es dann sehr schnell gehen. Wie das funktioniert, erläutern diese unseren (angehenden) Absolventen bereits in einer sehr frühen Phase bei uns im Hause, bei den regelmäßigen Besuchen. Filmausschnitte von den Besuchen von DHL, Eurowings und Swiss sind hier zu sehen.