FMG-FlightTraining: Cleared for Take-off.
FMG-FlightTraining   ›  Verkehrspilot & Berufspilot   ›  FAQ   ›  Lizenzen & Voraussetzungen

FMG-FlightTraining – Verkehrsfliegerschule am Flughafen Paderborn Lippstadt

Lizenzen & Voraussetzungen

Welche Lizenzen gibt es und was sind die Unterschiede?

Der CPL, also die Berufspilotenlizenz („Commercial Pilot Licence“) ist auf Flugzeuge beschränkt, die von einem Piloten geflogen werden dürfen. Dies sind meist Flugzeuge unter 5,7 t, die mit Kolbenmotor oder Propellerturbinen angetrieben werden. Ein weiterer sehr wichtiger Unterschied zum ATPL ist, dass der CPL nicht automatisch die Instrumentenflugberechtigung, IR(A) genannt, beinhaltet. Sie dürfen also nur bei „guten Wetterlagen“ beruflich fliegen, z. B. für gewerbliche Rundflüge oder für das gewerbliche Absetzen von Fallschirmspringern genügt der CPL. Da das aber nur ein sehr, sehr kleiner Markt ist, gehört der Erwerb der Instrumentenflugberechtigung („Schlechtwetterberechtigung“) eigentlich dazu. Sie haben dann einen „CPL/IR“.

ATPL bedeutet: „Airline Transport Pilot Licence“, also auf deutsch Verkehrspilotenlizenz. Sie berechtigt zu einer Tätigkeit als Kapitän oder Co-Pilot auf Flugzeugen, die so komplex sind, dass sie nur mit 2 Piloten geflogen werden dürfen, also z. B. Boeing oder Airbus. In dieser höchsten Lizenz der beruflichen Fliegerei sind die Instrumentenflugberechtigung („IR“) und die Berechtigung für ein zweimotoriges Flugzeug („MEP“) sowie eine Ausbildung für ein „Zwei-Mann-Cockpit“ („MCC“) immer enthalten!

Nach der Ausbildung bekommt man gar keinen ATPL mehr – stimmt das?

Ja und nein! Auch vor der Einführung der JAR-FCL vor 2003 bekam der ATPL-Bewerber zunächst einen eingeschränkten ATPL – den sogenannten ATPL-A2. Mit dem „A2“ war die Tätigkeit als verantwortlicher Flugzeugführer – also als Kapitän – auf Flugzeuge bis 20 t beschränkt. Erst nach einer bestimmten Anzahl von Flugstunden wurde der uneingeschränkte ATPL A1 ausgehändigt. Dies ist nach dem neuen europäischen Recht „JAR-FCL“ ähnlich, nur der eingeschränkte ATPL heißt nicht mehr A2 sondern „CPL/IR mit ATPL-Theoriekredit und MCC“. Er wird auch kurz als „Frozen ATPL“ bezeichnet. Den uneingeschränkten ATPL bekommen Sie tatsächlich erst, wenn Sie einige Stunden auf einem „großen“ Flugzeug geflogen haben. Daran wird auch die allerneuste europäische Vorschrift „EASA“ nichts ändern.

Was hat es mit der sogenannten „EASA“ auf sich?

In der Tat sollte der offizielle Starttermin am 8.4.2012 sein, 8 Jahre nach Einführung der JAR-FCL und wiederum auf neuen rechtlichen Grundlagen basierenden Gesetzgebung für die Pilotenausbildungen. Wie damals bei der Einführung der JAR-FCL ist zu erwarten, dass alles nicht so schnell geht, wie die Behörden es sich vorstellen. In der Tat findet man in der „EU-Verordnung für Piloten vom 9.2.2012“: „… Die Verordnung gilt grundsätzlich ab dem 8. 4. 2012. In der Bundesrepublik Deutschland wird die Anwendung der neuen Vorschriften jedoch voraussichtlich um ein Jahr verschoben.“ Die Verordnung gilt, aber die Anwendung wird verschoben – so kann man es auch ausdrücken …! Über Vor- und Nachteile und den aktuellen Stand informieren wir Sie auf unseren regelmäßigen Infotagen.

Soll ich denn nun CPL mit IR oder gleich den ATPL machen?

Diese Frage lässt sich für die meisten Fälle leicht beantworten, indem Sie sich fragen, was Sie damit machen möchten:

    1. Wie erwähnt, genügt für gewerbliche Sichtflüge bei gutem Wetter (Rundflüge, Fallschirmspringerabsetzen oder der ostfriesische Inselflugdienst) sicherlich ein CPL ohne Instrumentenflug.
    2. Da fast alle Luftfahrtunternehmen nach Instrumentenflugregeln fliegen, ist für eine solche Tätigkeit die IR unumgänglich, also der CPL/IR.
    3. Sollten Sie aber ein größeres Verkehrsflugzeug fliegen wollen (Airbus, Boeing usw.) benötigen Sie den ATPL bzw. genauer: CPL/IR mit ATPL-Theoriekredit und MCC, wie es im Fachjargon heißt, den Sie ja mittlerweile auch kennen.

Oder kurz: Wer einen großen Jet fliegen will, macht natürlich den ATPL, meistens in der integrierten, also durchgehenden Ausbildung. Wenn Sie sich – aus welchen Gründen auch immer – „nur“ für den CPL/IR entscheiden, müssen Sie für diese Lizenz auch eine Theorieausbildung absolvieren. Da die Theorieausbildung für den CPL/IR sich nur wirklich geringfügig vom ATPL-Theorieteil unterscheidet, empfehlen wir allen CPL/IR-Interessenten, den kompletten ATPL-Kurs zu hören. Lassen Sie sich dabei bitte unbedingt beraten oder besuchen Sie unsere Infotage und sprechen Sie diesen Aspekt an. Auch in unserem „FMG-Heft zur Berufs- und Verkehrspilotenausbildung“ finden Sie weitere Aspekte zur Wahl des Ausbildungsweges.

Welche Voraussetzungen muss man für CPL oder ATPL erfüllen?

Sie benötigen eine Fliegerärztliche Tauglichkeit Klasse 1, die man an einem Flugmedizinischen Zentrum erwerben kann. Das ist nicht weiter aufwändig und innerhalb eines halben Tages erledigt. Zum anderen müssen Sie Kenntnisse in den Fächern Mathematik, Physik und Englisch nachweisen. Ein Nachweis mit Schulzeugnissen ist unter bestimmten Vorraussetzungen dabei völlig ausreichend. Ein Abitur oder DLR-Test ist für einen Ausbildungsbeginn bei uns nicht nötig. Mehr Infos zu diesen Themen (Abitur, DLR oder „Kenntnisnachweis in Mathe, Englisch und Physik“ finden Sie in unserem „FMG-Heft zur Berufs- und Verkehrspilotenausbildung“.