FMG-FlightTraining: Cleared for Take-off.
FMG-FlightTraining   ›  Verkehrspilot & Berufspilot   ›  FAQ   ›  Ausbildungswege: Integriert vs. modular

FMG-FlightTraining – Verkehrsfliegerschule am Flughafen Paderborn Lippstadt

Ausbildungswege: Integriert vs. modular

Welcher Weg ist für mich der bessere: Integriert oder modular?

Grundsätzlich stellen sich zwei Wege zur Auswahl: die modulare Ausbildung und die integrierte, also durchgehende Ausbildung – die Unterschiede werden oft missverstanden und bedürfen einer genaueren Betrachtung. Auch wenn Sie in diesen Dingen schon kundig sind, gibt es so viele Aspekte zu berücksichtigen, die leider auch von Leuten, die es „wissen sollten“, außer Acht gelassen oder einfach aus „wirtschaftlichen Aspekten“ dem Kunden nicht erläutert werden.

Themen, die hier eine Rolle spielen, sind:

  • Ausbildungsdauer und -einteilung
  • Fliegerische Vorerfahrungen
  • Berufstätigkeit
  • Finanzierung

Aber auch BaföG, persönliches Ausbildungsziel, familiärer Hintergrund und saisonale Gegebenheiten sind mit zu berücksichtigen. Detailliertere Infos zu diesem Themenbereich Wahl des Ausbildungsweges, Anrechung von Flugstunden, Ausbildugsdauer usw. diskutieren wir in unserem „FMG-Heft zur Berufs- und Verkehrspilotenausbildung“ sowie auf unseren Infotagen. Oft treffen Sie hier auf Interessenten in ähnlichen Situationen, mit denen Sie sich austauschen können oder klären Sie in einer persönlichen Beratung – gerne auch im Anschluss an den Infotag – was für Sie der richtige Weg ist. Sie werden staunen, welche Möglichkeiten wir haben. Dies gilt besonders auch für diejenigen, die nebenberuflich Pilot werden.

Ich habe schon einen PPL bzw. will ihn vorher erst erwerben – macht das Sinn?

Diese Frage ist nicht mit einem Satz zu beantworten, weil viele Faktoren eine Rolle spielen. Wir betrachten hier mit Ihnen einmal die Seite der Ausbildungsstunden in Theorie und Praxis.
Sollten Sie bereits den PPL mitbringen, berücksichtigen Sie bitte, dass 80 Flugstunden VFR in der Ausbildung benötigt werden. Diese Zahl ist wichtig, denn jeder ATPLer muss mindestens diese 80 h nach VFR geflogen sein. Die Vorschriften sagen zu „mitgebrachten Flugstunden“: „…Inhabern der PPL(A) nur die Hälfte ihrer vor Beginn der ATPL-Ausbildung geflogenen Stunden (eben die 80 VFR-Stunden) auf Flugzeugen angerechnet werden, maximal aber 40 Stunden. Davon können bis zu 20 Stunden mit einem Lehrberechtigten geflogen worden sein.

Die Anrechnung der Flugstunden erfolgt nach Ermessen der FTO“ (sinngemäß aus Anhang 1 zu FCL 1.160 und 1.165) Das bedeutet im Klartext: Wenn Sie einen außerhalb der ATPL-Ausbildung erworben PPL in die durchgehende Ausbildung mitbringen, können wir im günstigsten Fall 50 % der Flugstunden aus der PPL-Ausbildung übernehmen. Das gleiche gilt für Ihre nach dem PPL geflogenen Stunden, also Charterstunden: auch hier werden max. 50 % angerechnet. Insgesamt aber nie mehr als 40 Flugstunden, auch wenn Sie 800 hätten … Auf eine Formel gebracht: Die Summe der aus „PPL-Schulung“ und Charter nach dem PPL“ mitgebrachten Stunden geteilt durch zwei, aber maximal 40 h kann die FTO auf die nötigen 80 h VFR anrechnen.

Der schöne Satz „Ermessen der FTO“ bedeutet leider nicht, dass wir für Sie – so gerne wir das wollten – mehr als 50 % anrechnen können, sondern im Zweifel nur weniger. Völlig unberücksichtigt bleibt dabei: die Theorieausbildung, die bei uns nicht nur genau auf den ATPL ausgerichtet ist, sondern auch zu 100 % angerechnet werden kann, wenn sie an der FTO erworben wird. Sonst wird leider keine einzige Theoriestunde aus vorangegangenen PPL-Ausbildunen übernommen – so die Vorschriften, leider! Wenn Sie jetzt denken: „dann muss ich ja außerhalb der ATPL-Ausbildung doppelt soviel Stunden fliegen, als wenn ich das innerhalb meiner ATPL-Ausbildung mache“, dann liegen Sie völlig richtig und es gilt sinngemäß natürlich auch für Charterstunden nach dem PPL. Weitere Erläuterungen und zwei Beispielrechungen für „ATPL ab PPL” finden Sie in unserem „FMG-Heft zur Berufs- und Verkehrspilotenausbildung“, das wir Ihnen gerne und kostenlos zusenden.

Wie unterscheiden sich die Kosten von modularer und durchgehender Ausbildung?

Ein weiterer Aspekt beim Vergleich beider Ausbildungswege sind die Kosten. Aber auch die folgenden Aspekte spielen für den Vergleich eine wesentliche Rolle. Bei modularer Ausbildung gilt:

  • Sammeln von ca. 150 Flugstunden bei modularer Ausbildung
  • Nachträglich erworbene Klassenberechtigung für 2-motorige Flugzeuge
  • Zusätzliche Prüfungen in Praxis und ggf. Theorie für IR und CPL
  • Keine MwSt-Befreiung für den PPL-Teil sowie die gecharterten Stunden
  • Keine BAföG-Förderung, die gibt es nur bei durchgehender Ausbildung!

Es wird offensichtlich, dass sich die Gesamtkosten sehr schwer gegenüberstellen lassen und stark von der individuellen Situation des Bewerbers abhängen. Es hat sich gezeigt, dass die Kosten auch meist nicht die ausschlaggebenden Aspekte sind, für welchen Weg man sich entscheidet, sondern die individuelle Situation des Bewerbers. Allgemein kann man jedoch sagen: Wer sich für eine Ausbildung zum Verkehrspiloten entschieden hat und 19-24 Monate für diese Ausbildung investieren kann, macht die durchgehende Ausbildung ab initio. Für alle anderen Fälle gestalten wir Ihnen ein individuelles Konzept, das zu Ihnen passt!